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Rudelgucken vs. In-Ruhe-Gucken

Ja gut, ich sach ma - das Halbfinal-Spiel gegen die Türken gestern hatte zwei verschiedene Halbzeiten. Zumindest für mich.

Erste Halbzeit: Rudelgucken auf dem Lippstädter Rathausplatz.

Vorteile: Man fühlt sich beim Rumbrüllen nicht so allein. Es ist nicht peinlich, die Nationalhymne zu singen.
Nachteile: Man wird beim Betreten des Geländes kontrolliert und muss seltsame Fragen beantworten (”Hast du nen Deo in der Tasche?”). Neben einem steht ein knutschendes Pärchen, dessen weiblicher Teil einem dauernd den Rucksack in den Rücken rammt. Man sieht nichts vom Spiel, weil 1,80 m heutzutage doch eher klein sind und alle anderen vor einem 3,20 m große hyperaktive Rumhopser sind. Das Bier kostet Geld. Die anderen Leute riechen sehr streng (kein Wunder, denn das Deo mussten sie ja offenbar am Eingang abgeben). Die Menschen um einen rum haben während des Spiels seltsame Gesprächsthemen (Furunkel, Hämorrhoiden, Pickel), was die Konzentration auf das Spiel deutlich mindert; ebenso wie den Appetit auf eine Bratwurst.
Zweite Halbzeit: In-Ruhe-Gucken auf dem elterlichen Sofa.

Vorteile: Das Bier kostet nichts (zumindest mich). Man kennt die Leute, sie mit einem gucken, persönlich, und sie riechen auch weniger streng. Das allgemeine Unsinn-Reden beschränkt sich auf ein Minimum. Man kann mal die Füße hochlegen. Man kann offen weinen, weil Kloppo und der Urs sich nun wohl trennen müssen und sie doch so ein hübsches Paar waren.
Nachteile: Man muss viel lauter schreien, damit der Jubel nach mehr als drei Leuten klingt (ist aber zu schaffen). Die Leute um einen rum sind sehr ehrlich, was die Kommentare angeht (ich äußerte vorsichtig das Ansinnen, mein Glückstrikot noch vor Sonntag zu waschen, weil es inzwischen doch ein wenig streng riecht. Heftiges Auffahren meiner Mutter vom Sofa: “Bist du bescheuert?!”). Man kann die Mutter rausschicken, um ein Tor zu pinkeln.
Um ehrlich zu sein, war die zweite Halbzeit besser. Liegt wohl daran, dass der Lippstädter Rathausplatz nicht der Dortmunder Friedensplatz ist. Bin wohl von der WM noch etwas verwöhnt. Endspiel guck ich trotzdem in der Kneipe.

bisher 1 Kommentar 26. Juni 2008 von Kirsten

Verwarnung!

Ich bin normalerweise nicht unbedingt dafür bekannt, allzu laut feministische Standpunkte zu vertreten, aber jetzt muss ich doch mal kurz laut werden angesichts der Berichterstattung über weibliche Fußballfans.

Denn dass sich Frauen für Fußball interessieren, wird auf zahlreichen Sendern und in vielen Zeitungen nun als sensationelle Neuigkeit verkündet. Ich kann mir ein Gähnen nicht verkneifen, aber darum, dass viele Frauen schon seit Jahren alle zwei Wochen in deutsche Stadien pilgern, soll es hier mal gar nicht gehen.

Was mich ärgert, sind die Damen Frauen Mädels Subjekte, die sich die Journalisten da für ihre Wortmeldungen immer vor’s Mikro, vor die Kamera oder vor den Schreibblock holen. Die sagen dann nämlich so Sachen wie

  • “Ich kenn nur den Ballack, der ist soooo süß. *kicher*”
  • “Eigentlich interessiere ich mich nicht für Fußball, aber Länderspiele gucke ich immer. *hihi*”
  • “Der Trikottausch nach dem Spiel ist ja auch nicht ohne. *giggel*”

Liebe Journalistenkollegen, darf ich grad mal aufklären: Was Ihr da interviewt, sind keine Frauen. DAS SIND PÜPPIS!. Ich bitte, das beim nächsten Bericht in der Wortwahl zu beachten, sonst gibt es nicht nur ne gelbe Karte.

jetzt kommentieren? 21. Juni 2008 von Kirsten

Nur ein kleines kroatisches Dorf ….

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bisher 1 Kommentar 13. Juni 2008 von marco

Der kleine Unterschied

Ich überlege schon die ganze Zeit, was mir an dieser EM so fehlt. Die Spiele sind meistens spannend, das kann es also schon mal nicht sein. Es gibt Stars wie Cristiano Ronaldo, den alten Schmierlappen, Ibrahimovic, den Knipser, Frei, den tragischen Helden - aber gleichzeitig auch noch etwas unbekanntere Fußballer, die gute Leistungen gezeigt haben. So wie Clemens Fritz zum Beispiel. Die Fernseh-Moderatoren sind wie immer meistens grottig, das ist es also auch nicht, was dieses Jahr anders ist.

Nein, was mir in diesem Jahr fehlt, sind die Tippspiele - ich habe an keinem einzigen teilgenommen, keine Mannschaft aufgestellt, gar nichts! Und ich muss sagen, es schaut sich so viel entspannter. Endlich muss ich mal keine Angst haben, dass ich gegen die fünfjährige Tochter des Tippmasters verliere oder gegen Trottel, die (bei der jüngsten WM) Argentinien - Elfenbeinküste 4:4 getippt haben.

Ich hab lediglich für mich selber Tipps aufgeschrieben, kann also nur gegen mich selbst verlieren. Und da ich das Gefühl schon zur Genüge kenne, kann ich weiter ganz entspannt Fußball gucken und mich betrinken. Herrlich.

bisher 2 Kommentare 11. Juni 2008 von Kirsten

Torchancen für drei Siege

Deutschland - Nordirland 0:0 

Dass ich im Lippstädter “Stadion am Waldschlößchen” noch mal die Nationalhymne singen darf - wer hätte das gedacht. Dass überhaupt mal eine deutsche Fußballnationalmannschaft da spielt, wo ich als Kind immer mit meinem Opa “die Schwatten” (Teutonia Lippstadt, und mein Onkel war einer der besten Stürmer, die die je hatten, halbrechts und rechts außen, jawoll) geguckt hab, schon mal gar nicht.

Aber Lippstadt ist tatsächlich WM-Spielort (bei der WM der Menschen mit Behinderungen), und meine werte Heimatstadt hat das prima hinbekommen, ordentlich Stimmung zu machen. Fehlten nur die Tore.

Die angegebenen Zuschauerzahlen variieren zwischen 5000 und 3500, aber so genau wollen wir das mal nicht nehmen. Moderiert hat das ganze Uwe Hübner, und zwar gar nicht soooo schlecht. ;-)

Manches war anders, zum Beispiel dass das Kurorchester Bad Waldliesborn die Nationalhymne spielt.

Und vieles war eben genauso, wie sich das für ein Länderspiel gehört: Lustige Fans:

 

 

und ordentlich Lärm. Fairerweise wurde auch mal für den Gegner geklatscht (Nordiren waren auch eher weniger da, und die Jungs sollen sich ja nicht ganz so einsam fühlen), aber auch genauso gepfiffen. Und das musste leider häufiger mal sein, denn die Nordiren sind bekanntermaßen nicht grad zimperlich.

Ansonsten: Spannendes Spiel, nur leider torlos. Dabei hätten die Chancen unserer Jungs um Kapitän Guido Skorna und Rekordspieler Andreas Timm locker gereicht, um drei Spiele zu gewinnen. Die nordirische Abwehr stand allerdings auch recht kompakt. Und wenn doch mal einer durchkam, landete der Ball garantiert neben dem Tor oder an Latte oder Pfosten. Trainer Willy Breuer

 

(rechts neben Christoph Daum) war aufgrund der Chancenauswertung denn auch nur ein ganz bisschen untentspannt. Vielleicht wollten die Jungs aber auch einfach nur zuviel. Etwas mehr Ruhe, sich von den Nordiren nicht immer die hohen Bälle aufzwingen lassen und statt der etwas zu hektischen Bolzerei mal ein bisschen Kurzpass spielen. Da konnte der Gegner nämlich nicht mithalten, nach drei, vier Ballkontakten standen die Stürmer plötzlich vor dem gegnerischen Tor und niemand wusste, wie sie so rasch dahin gekommen waren. Dreimal zappelte der Ball zwar auch im noririschen Tor, aber jedesmal machte der Schiri die Freude rasch wieder zunichte.

Dennoch: Ein schöner Fußballnachmittag wars. Und wir sind sogar im Fernsehen gekommen.

jetzt kommentieren? 08. September 2006 von Kirsten

Endlich wieder Fußball-WM

Falls es keiner gemerkt hat: Es ist wieder Fußball-WM in Deutschland, und die Deutsche Nationalmannschaft hat das Auftaktspiel gegen Japan heute mit 3:0 (1:0) gewonnen.

Falls die geneigte Leserschaft verwirrt sein sollte: Es handelt sich dabei um die Fußball-WM für Menschen mit geistiger Behinderung. Spielberechtigt sind dabei nur Sportler mit Lernschwäche und einem geprüften IQ unter 75. Unsere Nationalmannschaft im Porträt findet sich übrigens hier.

Die Spielorte lauten weniger glamourös als bei der letzten WM Lippstadt, Braunschweig, Salzwedel oder Olpe. Tickets liegen oft zuhauf bei örtlichen Sparkassen oder sonstigen Vorverkaufsstellen aus - umsonst, wohlgemerkt. 

Doch, IQ hin und Lernbehinderung her: Im Siegeswillen und der Spielfreude (und - ganz böse -bei der Eloquenz im Interview) unterscheiden sich die Jungs um Mannschaftskapitän Guido Skorna aus Eschweiler nicht von den Jungs von Löw und Flick (die bei dieser Nationalmannschaft übrigens Willy Breuer und Ulrich Ollesch heißen). Im Vorfeld liefen schon diverse Beiträge in zahlreichen Medien, aber dennoch scheint das Ereignis als solches noch nicht allzu bekannt zu sein.

Ein besonderes Ärgernis: Wichtig schien zahlreichen Medienvertretern in der Vorberichterstattung vor allem immer zu sein, mehrfach zu betonen, dass man den Spielern ja meistens gar nicht anmerke, dass sie behindert seien. Oder dass man ihnen, zum Beispiel im Anzug, nicht auf den ersten Blick ansehe, was mit ihnen “los sei”. Ist aber auch ne Frechheit, dass sich die Behinderten nicht so anziehen, dass man ihnen auf 30 Metern anmerkt, dass “etwas mit ihnen nicht stimmt”.

Können wir uns vielleicht mal auf die Dinge konzentrieren, die in diesem Zusammenhang wirklich wichtig sind? Es geht hier um Fußball, Spaß am Sport, 90 Minuten Action auf dem Platz und hoffentlich viele schöne Tore. Dabei ist es völlig egal, welchen IQ ein Spieler hat - wenn er sich anstrengt, ordentlich spielt und vorne die Bude macht. Ein Sportler ist ein Sportler, jemand, der trainiert, ackert, sich quält und dafür Anerkennung will und verdient und bekommen sollte. Sicher, ein Sportler mit einem Handicap hat es teilweise wirklich schwerer als jemand ohne Lernschwäche oder mit einem gesunden Körper. Aber muss denn in jedem Beitrag penetrant darauf hingeweisen werden?

Gerne fällt in der Berichterstattung auch das Wort “normal” im Bezug auf die “richtige” Nationalmannschaft. Dem kann man nur eines entgegenhalten, und zwar das Zitat von Andreas Timm auf die Frage, wo denn der Unterschied zu Jogi Löws Fußballnationalmannschaft sei. Darauf hat der Rekordnationalspieler (72 Länderspiele)nämlich geantwortet: “Die A-Nationalspieler bekommen Geld dafür, und für uns ist es eine Ehre, für Deutschland zu spielen.” Noch Fragen?

bisher 2 Kommentare 29. August 2006 von Kirsten

Klinsmann geht

Laut verschiedenen Medienberichten steht die Antwort des gefeierten deutschen Bundestrainers Jürgen Klinsmann auf seine Zukunft als Nationaltrainer nun fest: Er geht.

Zugegebenermaßen eine Entscheidung, die viele Deutsche traurig macht, aber dennoch eine, die sicherlich auch viele zumindest nachvollziehen können. Was hat sich Jürgen Klinsmann im Vorfeld nicht alles anhören müssen. Immer wieder kräftige Schläge in die Seite und dennoch hat er sich von seinem Weg nicht abbringen lassen. Auch wenn ihn “Deutschland”[tm] dabei die meiste Zeit nicht unterstützt hat, so hat er weiter gemacht und die deutsche Nationalmannschaft so weit gebracht, wie es vorher keiner für möglich gehalten hatte. Und jetzt wollen doch alle den “Klinsi” behalten. Dass er sich da vielleicht über das Timing (lies: Opportunismus) ärgert, kann ich gut nachvollziehen. Von daher hat er Respekt für seine Leistung und Dank für das Erreichte verdient. Und wenn er jetzt gehen möchte (und evtl. – so traurig das für uns jetzt klingt – woanders Bundestrainer wird), dann ist das sein gutes Recht.

Andere können den Klinsmann vermutlich nicht exakt ersetzen, aber das ist auch gar nicht nötig. Klinsmann selbst hat ja viele Kontroversen losgetreten und lag damit letztlich richtig. Veränderung muss also nichts Schlimmes sein. Deutschland hat sich verändert und was nun wird, wird sich zeigen.

Nachzulesen etwa bei:


Übrigens:
Nach seinen herausragenden Leistungen soll der Bundestrainer nun mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet werden (vgl. Meldung der FAZ), das ihm am 14. August dieses Jahres in Berlin übergeben werden soll. Den Spielern der Mannschaft soll das Silberne Lorbeerblatt verliehen werden.

bisher 2 Kommentare 12. Juli 2006 von Christian

Doch Spagetti essen & kleine Experimente!

Sorry, ich nehme das mit der Spagettiabstinenz für die nächsten zwei Jahre, von meinem Beitrag unten, zurück!

Die darf ich ja essen, weil sie ja von den Chinesen erfunden wurden (und nicht von dem Land, welches in der 118ten Minute noch ein Tor gemacht hat :-) )
http://www.newscientist.com/article.ns?id=mg18825212.800

Was ich daher vielmehr machen werde, ist ein kleines Experiment!

Werde ab morgen mal einen Mozarella in die Wärme / Sonne legen. Berichte dann auch mit Fotos!

Wette, dann wird das Wort “azzurro” ne ganz neue Bedeutung bekommen :-)
(Bitte herzlich und lustig verstehen - wäre eher nen Beitrag für mein Spassblog)

 

bisher 2 Kommentare 05. Juli 2006 von kriki

Das Volk der Opportunisten?

Kaum muss die deutsche National-Elf eine (sicherlich schmerzende) Niederlage einstecken, schon reduziert sich das Fahnenaufkommen in den deutschen Straßen merklich. Verschiedene Discounter bieten Ihre Flaggen-Artikel aktuell auch nur noch zum halben Preis an.

Keine Chance mehr auf Weltmeister, also kein Recht auf Fans? Sollten die Deutschen ein Volk voller Opportunisten und Heuchler sein? Auf einmal ist die Begeisterung verschwunden und “Fan sein” scheint wohl nicht mehr cool genug.

Wie Kriki schon im vorangegangenen Posting schrieb, so hat die deutsche Nationalmannschaft durchaus einiges geleistet und gebührenden Respekt verdient. Vor allem von jenen, die behaupteten sie würde Weltmeister werden. Die Mannschaft ist noch nicht raus aus dem Spiel (im Vergleich zu vielen anderen Mannschaften) und hat noch ein Spiel vor sich, wo sie sich die Unterstützung der Fans wohl verdient hat.

Dazu ein Zitat aus dem Film “Cool Runnings” (gefunden im spitblog):

“Wenn du ohne Goldmedaille nichts wert bist, bist du mit ihr auch nichts wert.”

Zeigt der Welt, dass die Deutschen Fans kein Opportunistenpack sind!

bisher 5 Kommentare 05. Juli 2006 von Christian

Wirklich großes Fußball!!! Jetzt nur noch kurz weiter so…

Soviel sei erstmal gesagt,…

Brilliantes Spiel! Brilliante Italiener, aber ebenso brilliante Deutsche! Hin und Her (manchmal wie Tischtennis - tolle Kilometerleistung); zwei sehr gute Torchancen für Italien, aber auch von uns hatte Einiges ansich gesessen!

(Bisher habe ich noch nichts gegensätzliches gehört, aber so liebe ich Fußball! Faires Spiel ansich! (Hoffe es gab keine Ausschreitungen, weil das wirklich kein Sportsgeist ist - OK, ich mache eine Kohlenhydrat-Diät und esse dann die nächsten Monate bis zur EM keine Spagetti und keine Pizza mehr, aber das ist ja auch gut für den Körper!:-)

Diskutiert wird jetzt eh genug!

Xavier Naidoo ist schuld, dass wir nicht gewonnen haben, weil er den Text des Liedes ”dieser Weg” vor dem Spiel verändert hat (ungefähr so: “noch zwei Spiele, wer wird Meister sein”).
Schiri hin oder her, Mexikaner pfeift FÜR Italien,… Frings raus (durch Italienerpresse).
Ballack soll nicht die möglichen Treffer um das Tor herum vermessen, sondern einfach mal rein in die Kiste hauen. Angriffe des gleichen Schemas gehen irgendwann auf den Sack (sowohl bei den Deutschen, als auch bei den Italienern -> es muss z.B. nicht immer von Rechts kommen, können die Italiener nicht anders?).
Nicht jeder Ball der Deutschen vorm Tor muss durch Ballack abgestempelt werden, bevor wer anders ihn NICHT rein macht.
Klinsmann soll weniger in USA leben, aber so denken und Ideen mitbringen, weil das unserem Team anscheinend geholfen hat?!

Fazit (und das ist eine Aufforderung um den dritten Platz rrrichtig zu kämpfen!!!):
Klinsi, du hast es echt gerockt! Du hast ein Hammer-Team zusammengebracht, mit Mut, Ausdauer, Kreativität - gute Mischung, WEITER SO! (Wir brauchen dich!)
Die jungen Spieler, ihr habt echten Sportsgeist gezeigt! Wachst weiter und zieht euch spätestens 2010 wirklich große Schuhe an!!!
Die alten Hasen, Respekt! Ihr habt soviel Energie, anscheinend altert man körperlich absolut nicht mehr in Deuschland als woanders.
Die Fans, ihr habt kräftig mitgekämpft! Ich danke euch für ein (bisher) gesundes Nationalbewußtsein und auch endlich einen Team-/nationalspirit.

54, 74, 90, 2010 darauf stimmen wir alle ein,…

Übrigens allen, denen es so vorkommt, als hätte das deutsche Team zu wenig geleistet: wir haben auch gute Gegner weggehauen!
Nebenbei: Brasilien konnte nix veranstalten, Niederlande ist auch schon früher raus, Spanien,… RESPEKT

UND es geht nicht um unsportliches Meckern oder jetzt sich überhöhen, ES WAR EINFACH WIRKLICH GROßES FUßBALL! UND es geht weiter am Samstag! Also Flaggen draußen lassen und weiter Briketts in den Ofen schieben oder besser auf den Grill hauen. We are hard to kill! Und wir sind WM Land (Gastgeber) und auch ehrenvoll da, wo wir jetzt sind!

von http://www.kriki.de/archiv/stille-trotzdem-wirklich-grosses-fussball.html

bisher 3 Kommentare 05. Juli 2006 von kriki

WM-Verschrobenheiten

1. Aberglauben

Dass ganz Dortmund bekloppt ist, wurde hier ja schon mal erwähnt. Aber nun auch noch die eigene Familie. Da wird vor den Spielen der deutschen Mannschaft noch schnell mein Retro-Trikot gewaschen und werden meine (zugegeben etwas lahmen) Proteste weggewischt mit den Worten: “Papperlappapp - schießlich gewinnen die Jungs doch imer, wenn Du das anhast.” Soll ich mich nun freuen oder sollte es mich besorgt stimmen, dass meine Verschrobenheiten noch unterstützt werden? So oder so: Jürgen - Du weißt nun, wo die drei Tore gegen Ecuador herkommen. Und: Mama - danke. ;-)

2. Backwerk

Gut, der Jürgen Klinsmann ist gelernter Bäcker, was vermutlich alle Bäckereien des Landes zu Höchstleistungen anstachelt. Ob dieser Donut dazu gehört, lassen wir jetzt mal dahin gestellt.

Donut mit Goleo

3. Überläufer

Wenn Brasilien spielt, sind plötzlich alle Brasilianer. Es hat aber schon etwas Verstörendes, wenn sich der große dunkelhaarige Mann (mit Trikot, Hut in Brasilien-Farben, umgehängter Brasilien-Flagge) vor einem plötzlich umdreht und eindeutig kein Brasilianer ist. Sondern ganz eindeutig Japaner. Und wenn die beiden blonden Männer neben einem, beide angetan mit einem original brasilianischen Trikot, auf einmal in reinstem Schwyzerdütsch parlieren. Oder wenn der Kollege mit einer Uruguay-Jacke zum Spiel von Ronaldinho und Co. geht. Kann man sich denn auf nichts mehr verlassen?

jetzt kommentieren? 23. Juni 2006 von Kirsten

Tor verpasst?

Na, im entscheidenden Moment nicht aufgepasst? Oder vielleicht sogar dummerweise Geld verdient? Und jetzt reden alle über dieses grandiose Tor, nur unsereins kann nicht mitreden.

Virtual ReplayDas muss nicht sein! Hierfür gibt es Virtual Replay. Mehr als Shockwave Das Interface ist zwar auf dänisch, aber mit ein bisschen experimentieren kommt da schon recht weit. Der nebenstehende Screenshot zeigt beispielsweise das spektakuläre erste Tor von Klose im vorgestrigen Vorrundenspiel Equador gegen Deutschland.

Man kann jedes aufgeführte Tor aus verschiedenen Perspektiven inklusive der der beteiligten Spieler anschauen, Hilfsinformationen einblenden lassen und für die etwas langsameren unter uns auch die Geschwindigkeit der Anzeige reduzieren.

Eine ähnliche Funktion bietet wohl auch 3dgoals.com. Wenn man sich ein PlugIn herunterlädt, hat man vermutlich sogar mehr Freiheitsgrade als bei Virtual Goal (ich habe die Software nicht installiert und kann es daher auch nicht beurteilen). Ausgesuchte Tore (aber anscheinend nicht alle) gibt es auch als Videos zum Herunterladen.

bisher 1 Kommentar 22. Juni 2006 von Christian

Und noch ein Mädchen

Von wegen, es gibt keine Karten mehr. Eine kleine Geschlechtsumwandlung, und schon sitzt man zwischen lauter Schweizern im Dortmunder Stadion, wie folgende SMS von 14:24 Uhr eines guten Freundes belegt: “Gruß aus Block 56! Heiße jetzt Susanne. Nur 100 Euro statt 60 und ein paar warme Worte für die Security-Maus.”

Ich bin grün vor Neid.

bisher 1 Kommentar 19. Juni 2006 von Kirsten

Fußball für die (Männer-)Augen

Für all jene (Männer), die meinen, dass man sich Fußball nicht anschauen kann, fand Die Rettungskapsel 2 Seiten, die dem einen oder anderen Zuschauer durchaus zusagen könnten ;)
Frauen spielen Fußball (auch als Video) und machen sich dabei auch mal schmutzig.

jetzt kommentieren? 19. Juni 2006 von Christian

Schwatz (rot) goldener Wahnsinn

Was den augenblicklichen Zustand von Dortmund angeht, braucht es zur korrekten Beschreibung nur einen einzigen Satz: Die ganze Stadt ist bekloppt. Schwarz-gelber Wahnsinn herrschte hier ja schon immer, aber jetzt ist noch die Farbe rot dazwischengeraten. Aber nicht nur die, sondern alle Farben der Welt. Denn die ist hier wirklich zu Gast bei Freunden.*
Am Bahnhof allerdings ist die Welt zunächst mal Gast im Westfalenstadion. Wer in die Stadt will, muss zunächst durch einen „Tunnel“, in dem Geräusche aus dem Kabinengang eingespielt werden. Dahinter ertönen Fangesänge, Radiokommentare und eben alle Geräusche, die man auch aus dem Stadion kennt. Eingerahmt wird alles von riesigen Bildern der Südtribüne. Klingt irgendwie albern? Macht aber Gänsehaut.
Dortmund Bahnhof
Wer dann in den Westenhellweg einbiegt, erkennt Dortmund nicht wieder. Flaggen, Fahnen, Trikots, Gesänge – der totale Fußball-Overkill. An einer Ecke stimmt eine Gruppe Fans „Schwarz und weiß“ an, aus einer ganz anderen Ecke stimmt die nächste Gruppe ein. Anschließend geht’s zusammen an die nächste Bierbude.

Dortmund Innenstadt

Auf dem Friedensplatz müssen sich ein paar Polen ein herzhaftes „Ihr könnt nach Hause fahr’n“ anhören, lachen aber nur drüber. Gucken aber auch schon ein wenig glasig.
An der Bierbude muss ich ein paar Jungs aus Hamburg erklären, wie der Westfale so tickt. Sorry, liebe Landsleute, ich fürchte, die Nordlichter halten uns jetzt für noch durchgeknallter als vorher. Warum die Hamburger aber auf jede Frage nach einer Entfernung von den Westfalen immer die Antwort „Zehn Minuten“ (egal, ob das Ziel 100 Meter oder zwei Kilometer entfernt ist) bekamen, kann ich leider auch nicht sagen. Weiß das jemand?
Auf der Videoleinwand am Friedensplatz werden sämtliche Spiele gezeigt, und auch wenn Saudi Arabien gegen Tunesien spielt, Ist die Stimmung super. Egal, wer spielt und ob man da einen von kennt – Hauptsache, der Ball rollt.
Abpfiff
Aber erstmal zurück auf den Westenhellweg, an einer Bierkrug-Bude (!) rasch Übersetzungarbeit leisten. Der junge Mann mit dem Lexikon sucht was typisch deutsches. Da ist er natürlich an einer Bierkrug-Bude nicht ganz falsch. „Da is hier alles typisch deutsch“, erklärt dann auch der Herr der Krüge, ein leicht knörriger Glatzkopf. Inklusive der herzlichen westfälischen Art.
Am Stand der DJK-Jugend vor der Reinoldikirche steht ein Kicker-Tisch mit schwarz-gelben und blau-weißen Männchen – für letztere hat der geistliche Beirat gesorgt, der Schalker ist. Egal, solche muss es ja auch geben.
Vor dem BVB-Fanshop stehen ein paar Engländer, die sich offenbar grad mit schwarz-gelben Devotionalien eingedeckt haben. So ists recht.
Erwähnte ich, dass die Stadt bekloppt ist? Von der Innenstadt bis zum Stadion gibt es einen roten Teppich, den wir auch entlang laufen. Die Chance kriegt man ja so schnell nicht wieder. Die Geschäfte in der Hohe Straße haben sich extra Mühe gegeben, und so braucht man, wenn man alle Schaufenster sehen will, für die etwas mehr als zwei Kilometer fast zwei Stunden. Am Stadion schlägt mein schwarz-gelbes Herz höher, als ich sehe, dass sich der Tempel ohne diesen albernen Schriftzug präsentiert, der da montiert war, weil meine Jungs jung sind und das Geld brauchen. Aber für die Dauer der WM heißt es nur noch Fifa-WM-Stadion Dortmund. Ist mir recht.
Stadion
Tickets gibt’s natürlich keine mehr, aber einen Versuch wars wert. Zurück in die Stadt mit der U-Bahn, wo zwei Asiaten einen „Where to go“-Führer der Fifa wälzen. Einer der Jungs trägt ein BVB-Trikot. Jawoll!
Der Friedensplatz ist grad in schwedischer Hand. Ein sehr umgängliches Volk. Die Mannschaft spielt sich Stuss zusammen, aber die Schweden lachen, singen und liegen sich trotzdem in den Armen. Und soviel Optimismus wird denn ja auch noch mit einem Tor belohnt.
Schweden
Falls ich es noch nicht erwähnt habe: Die Stadt ist bekloppt. Alle sind komplett durchgedreht. Ich will hier nicht wieder weg.

*Und um Euch gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen: Ich war nicht betrunken, als ich diesen Beitrag geschrieben hab. Nur total berauscht.

bisher 2 Kommentare 17. Juni 2006 von Kirsten

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