Auch die deutsche Fußballnationalmannschaft der Menschen mit Behinderung hat bei der Fußball-WM den dritten Platz errungen. Gegen Südafrika gabs in Essen ein klares 4:0 (2:0). Zwei Tore schoss dabei der Essener und Rekordnationalspieler Andreas Timm, die anderen beiden erzielte Ahmet Demir.
Das Ergebnis ist umso bemerkenwerter, da die Mannschaft sich nach der satten 0:5 Packung gegen die Niederlande erstmal wieder aufrappeln musste - wie Trainer Willy Breuer erklärt, sei das bei behinderten Sportlern gar nicht so einfach. Titelverteidiger England, der im Achtelfinale gegen Saudi-Arabien verlor, machte denn auch gleich die Biege und überließ den Nordiren im Plazierungsspiel kampflos das Feld. Und ganz ehrlich: Verstehen kann man das auch irgendwie.
Umso schöner also, dass unsere Jungs sich wieder aufgerafft und sich mit einem Sieg verabschiedet haben.
Im Finale stehen sich jetzt die Niederlande und Saudi-Arabien gegenüber.
15. September 2006
von Kirsten
Deutschland - Nordirland 0:0Â

Dass ich im Lippstädter “Stadion am Waldschlößchen” noch mal die Nationalhymne singen darf - wer hätte das gedacht. Dass überhaupt mal eine deutsche Fußballnationalmannschaft da spielt, wo ich als Kind immer mit meinem Opa “die Schwatten” (Teutonia Lippstadt, und mein Onkel war einer der besten Stürmer, die die je hatten, halbrechts und rechts außen, jawoll) geguckt hab, schon mal gar nicht.
Aber Lippstadt ist tatsächlich WM-Spielort (bei der WM der Menschen mit Behinderungen), und meine werte Heimatstadt hat das prima hinbekommen, ordentlich Stimmung zu machen. Fehlten nur die Tore.
Die angegebenen Zuschauerzahlen variieren zwischen 5000 und 3500, aber so genau wollen wir das mal nicht nehmen. Moderiert hat das ganze Uwe Hübner, und zwar gar nicht soooo schlecht.
Manches war anders, zum Beispiel dass das Kurorchester Bad Waldliesborn die Nationalhymne spielt.
Und vieles war eben genauso, wie sich das für ein Länderspiel gehört: Lustige Fans:
 
 
und ordentlich Lärm. Fairerweise wurde auch mal für den Gegner geklatscht (Nordiren waren auch eher weniger da, und die Jungs sollen sich ja nicht ganz so einsam fühlen), aber auch genauso gepfiffen. Und das musste leider häufiger mal sein, denn die Nordiren sind bekanntermaßen nicht grad zimperlich.

Ansonsten: Spannendes Spiel, nur leider torlos. Dabei hätten die Chancen unserer Jungs um Kapitän Guido Skorna und Rekordspieler Andreas Timm locker gereicht, um drei Spiele zu gewinnen. Die nordirische Abwehr stand allerdings auch recht kompakt. Und wenn doch mal einer durchkam, landete der Ball garantiert neben dem Tor oder an Latte oder Pfosten. Trainer Willy Breuer
Â
(rechts neben Christoph Daum) war aufgrund der Chancenauswertung denn auch nur ein ganz bisschen untentspannt. Vielleicht wollten die Jungs aber auch einfach nur zuviel. Etwas mehr Ruhe, sich von den Nordiren nicht immer die hohen Bälle aufzwingen lassen und statt der etwas zu hektischen Bolzerei mal ein bisschen Kurzpass spielen. Da konnte der Gegner nämlich nicht mithalten, nach drei, vier Ballkontakten standen die Stürmer plötzlich vor dem gegnerischen Tor und niemand wusste, wie sie so rasch dahin gekommen waren. Dreimal zappelte der Ball zwar auch im noririschen Tor, aber jedesmal machte der Schiri die Freude rasch wieder zunichte.
Dennoch: Ein schöner Fußballnachmittag wars. Und wir sind sogar im Fernsehen gekommen.
08. September 2006
von Kirsten