Sprich Fußball!

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Noch ein Komma dazwischen und es wäre ein Anweisung an Pille, aber der sollte ja eh besser die Klappe halten.
Nein, was der Studienkreis da unter dem Titel “Sprich Fußball” veröffentlicht hat, hat im Gegensatz zum debilen Maskottchen des debilen Maskottchens einen richtig praktischen Nutzen. Da soll nämlich mithilfe des Fußballs der Wortschatz der Schüler auf Vordermann gebracht werden, damit “sie keine rote Karte für ihr Zeugnis bekommen” (*kling* 5 Euro ins Phrasenschwein). Das kleine Lexikon wartet mit wichtigen Sätzen auf, die jeder Fußballfan im Repertoire haben sollte, und zwar auf Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch - Deutsch natürlich sowieso.

So weit, so gut. Aber brauchen wir wirklich alle Sätze in all diesen Sprachen?

Wann zum Beispiel sollte der deutsche Fan je zu einem ausländischen Fan sagen sollen: “Ich bin ein Fan unserer Nationalmannschaft”? - Das braucht doch hier kein Mensch. Hier brauchen wir nur Dinge wie “Jürgen Klinsmann lässt nur Gummitwist trainieren, der A§$%” oder “Hoeneß hat sich Klinsmann mal so richtig vorgeknöpft, und Recht hat er” oder “Also, ich freu mich, wenn Deutschland verliert”. Vorhaltlose Unterstützung ist doch bei uns nicht vorgesehen - zumindest nicht, wenn es schlecht läuft. Wir, im Land der 80 Millionen Bundestrainer, sind doch nur dabei, wenn es gut läuft. Und dann haben wir schon immer gewusst, dass der Jürgen das kann.

Sinnlos auch die Phrase: “Ich habe noch keine Eintrittskarte.” Und wenn man den Satz in 30 Sprachen kann - das nützt auch nichts mehr …

Ebenso schön (nutzlos): “Zwei Mal Stehplatz in der Nordkurve bitte.” Gäbe es Stehplätze bei Länderspielen, hätten wir bei Deutschland gegen die USA in Dortmund nicht auf einem Platz sitzen müssen, den es gar nicht gibt…

Nächste Frage: Warum braucht der Engländer die Phrase “Careful, these standard situations often often result in a goal”? Damit können die doch Elfmeter nicht meinen, oder?

Lustig auch die Übersetzung für “Wir singen immer bei unserer Hymne mit” ins Französische: “Nous chantons toujours” - knapp daneben ist auch vorbei.

Und wozu soll man wissen, was der Spanier meint, wenn er sagt: “¿Qué te parece Michael Ballack, el capitán del equipo alemán?” Was soll man schon von Ballack halten? Und was heißt “Schmierlapp” auf Spanisch? Aber DAS steht da natürlich nicht drin.

Warum genau dagegen sollte der italienische Fan sagen: “David Beckham è und grande centrocampista, ma Zidane è migliore come playmaker.” Mag schon sein, dass Zidane der bessere Spielmacher ist, aber würde man als Italiener nicht eher an irgendeiner Stelle des Satzes “Del Piero” oder “Totti” einfügen?

Aber so oder so, das kleine Werk ist wirklich nett gemacht, wartet mit lustigen Bildern auf und auch mit meistens nützlichen Vokalbeln. Gut zu wissen zum Beispiel, dass die Franzosen mit “Buuuuut!” keinesfalls Jörn Butt meinen, sondern ein “Tooooor”. Oder dass auf Englisch “jemanden tunneln” schlicht und einfach “nutmegging” bedeutet. Und dass Abseits doch eigentlich ganz einfach ist: “There must be at least one defender besides the goal keeper between the striker and the goal line when the ball ist played, otherwise it is offside.” Alles klar?

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Bandenwärpunk


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