Endlich wieder Fußball-WM

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Falls es keiner gemerkt hat: Es ist wieder Fußball-WM in Deutschland, und die Deutsche Nationalmannschaft hat das Auftaktspiel gegen Japan heute mit 3:0 (1:0) gewonnen.

Falls die geneigte Leserschaft verwirrt sein sollte: Es handelt sich dabei um die Fußball-WM für Menschen mit geistiger Behinderung. Spielberechtigt sind dabei nur Sportler mit Lernschwäche und einem geprüften IQ unter 75. Unsere Nationalmannschaft im Porträt findet sich übrigens hier.

Die Spielorte lauten weniger glamourös als bei der letzten WM Lippstadt, Braunschweig, Salzwedel oder Olpe. Tickets liegen oft zuhauf bei örtlichen Sparkassen oder sonstigen Vorverkaufsstellen aus - umsonst, wohlgemerkt. 

Doch, IQ hin und Lernbehinderung her: Im Siegeswillen und der Spielfreude (und - ganz böse -bei der Eloquenz im Interview) unterscheiden sich die Jungs um Mannschaftskapitän Guido Skorna aus Eschweiler nicht von den Jungs von Löw und Flick (die bei dieser Nationalmannschaft übrigens Willy Breuer und Ulrich Ollesch heißen). Im Vorfeld liefen schon diverse Beiträge in zahlreichen Medien, aber dennoch scheint das Ereignis als solches noch nicht allzu bekannt zu sein.

Ein besonderes Ärgernis: Wichtig schien zahlreichen Medienvertretern in der Vorberichterstattung vor allem immer zu sein, mehrfach zu betonen, dass man den Spielern ja meistens gar nicht anmerke, dass sie behindert seien. Oder dass man ihnen, zum Beispiel im Anzug, nicht auf den ersten Blick ansehe, was mit ihnen “los sei”. Ist aber auch ne Frechheit, dass sich die Behinderten nicht so anziehen, dass man ihnen auf 30 Metern anmerkt, dass “etwas mit ihnen nicht stimmt”.

Können wir uns vielleicht mal auf die Dinge konzentrieren, die in diesem Zusammenhang wirklich wichtig sind? Es geht hier um Fußball, Spaß am Sport, 90 Minuten Action auf dem Platz und hoffentlich viele schöne Tore. Dabei ist es völlig egal, welchen IQ ein Spieler hat - wenn er sich anstrengt, ordentlich spielt und vorne die Bude macht. Ein Sportler ist ein Sportler, jemand, der trainiert, ackert, sich quält und dafür Anerkennung will und verdient und bekommen sollte. Sicher, ein Sportler mit einem Handicap hat es teilweise wirklich schwerer als jemand ohne Lernschwäche oder mit einem gesunden Körper. Aber muss denn in jedem Beitrag penetrant darauf hingeweisen werden?

Gerne fällt in der Berichterstattung auch das Wort “normal” im Bezug auf die “richtige” Nationalmannschaft. Dem kann man nur eines entgegenhalten, und zwar das Zitat von Andreas Timm auf die Frage, wo denn der Unterschied zu Jogi Löws Fußballnationalmannschaft sei. Darauf hat der Rekordnationalspieler (72 Länderspiele)nämlich geantwortet: “Die A-Nationalspieler bekommen Geld dafür, und für uns ist es eine Ehre, für Deutschland zu spielen.” Noch Fragen?

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Zidane - das Spiel

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Wie viele schafft ihr?

gesehen bei Herrn Hebig.

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Shakira

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Das war doch gerade nicht live, oder? Und ich find das ja nicht sooo beeindruckend…. Und Beckmann geht ja wieder gar nicht….

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Auf dem letzten Loch

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… pfeift nicht nur die WM, sondern auch mein Spielplan, auf dem ich die Ergebnisse eintrage. Dienstag nach dem Deutschland-Spiel kam das Ding zum ersten Mal von der Wand. Und allen Powerstrips und Klebern zum Trotz kommt das Ding immer wieder runter. Mensch, durchhalten, nur noch drei Tage! Wie soll sich denn unsere Mannschaft aufrecht halten, wenn noch nicht mal so ein blödes Poster das kann?
WM-Spielplan

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Liegengebliebenes

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In meiner unfreiwilligen Umzugs-Blogpause ist noch einiges liegengeblieben, hier also kurz und knackig ein paar Links vom nicht-wm-bloggenden Kollegen Svensson:

ARD verkündet WM-Aus für Deutschland nach Abpfiff

Virtuelle Replays bei der BBC (auf “Highlights in Detail” klicken, Tore aus Perspektive der Spieler, des Schiris, des Balles…)

Und natürlich noch ein Foto aus Hamburg (Klick zum vergrößern):
Anarchie-Wm

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WM-Verschrobenheiten II

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Falls sich einer wundert, warum der sonst doch immer so adrette Herr Metzelder in diesen Tagen herumläuft wie ein Heckenpenner*: Das ist sozusagen ein “Playoff-Bart”, der komme nämlich erst ab, wenn die Mannschaft verliere oder nachdem sie Weltmeister geworden sei, erklärt der Nationalspieler. Und da sage noch einer, ich sei abergläubisch, weil ich immer das selbe Trikot anziehen muss, wenn Deutschland spielt.

*Und nein, Metze, Du siehst natürlich nicht wirklich aus wie ein Heckenpenner. Aber ich benutze das Wort so gern. Nix für ungut, woll?

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Glaskugel delüxe

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Es ist vorbei, die WM ist gelaufen. Wir sind wieder Weltvizezweiter, Brasilien wird Weltmeister. Ich hatte grade eine Eingebung:

KOTabelle

So wirds ausgehen. So und nicht anders. Noch Fragen? Eigentlich wollte ich nur was für ein Tippspiel testen, grafische Ausgabe und so. Aber da das Ergebnis so wunderschön plausibel aussah wollte ich mir die Chance nicht nehmen, als Nostradamus des Sports in die Geschichte einzugehen. Wobei die Idee, Sachen vorherzusagen, die erst nach dem Tod des Vorhersagers eintreffen sicher irgendetwas nützliches an sich hat… Nach den ersten Spiele fällt mir sicher ein, warum…

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WM-Verschrobenheiten

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1. Aberglauben

Dass ganz Dortmund bekloppt ist, wurde hier ja schon mal erwähnt. Aber nun auch noch die eigene Familie. Da wird vor den Spielen der deutschen Mannschaft noch schnell mein Retro-Trikot gewaschen und werden meine (zugegeben etwas lahmen) Proteste weggewischt mit den Worten: “Papperlappapp - schießlich gewinnen die Jungs doch imer, wenn Du das anhast.” Soll ich mich nun freuen oder sollte es mich besorgt stimmen, dass meine Verschrobenheiten noch unterstützt werden? So oder so: Jürgen - Du weißt nun, wo die drei Tore gegen Ecuador herkommen. Und: Mama - danke. ;-)

2. Backwerk

Gut, der Jürgen Klinsmann ist gelernter Bäcker, was vermutlich alle Bäckereien des Landes zu Höchstleistungen anstachelt. Ob dieser Donut dazu gehört, lassen wir jetzt mal dahin gestellt.

Donut mit Goleo

3. Überläufer

Wenn Brasilien spielt, sind plötzlich alle Brasilianer. Es hat aber schon etwas Verstörendes, wenn sich der große dunkelhaarige Mann (mit Trikot, Hut in Brasilien-Farben, umgehängter Brasilien-Flagge) vor einem plötzlich umdreht und eindeutig kein Brasilianer ist. Sondern ganz eindeutig Japaner. Und wenn die beiden blonden Männer neben einem, beide angetan mit einem original brasilianischen Trikot, auf einmal in reinstem Schwyzerdütsch parlieren. Oder wenn der Kollege mit einer Uruguay-Jacke zum Spiel von Ronaldinho und Co. geht. Kann man sich denn auf nichts mehr verlassen?

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Schwatz (rot) goldener Wahnsinn

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Was den augenblicklichen Zustand von Dortmund angeht, braucht es zur korrekten Beschreibung nur einen einzigen Satz: Die ganze Stadt ist bekloppt. Schwarz-gelber Wahnsinn herrschte hier ja schon immer, aber jetzt ist noch die Farbe rot dazwischengeraten. Aber nicht nur die, sondern alle Farben der Welt. Denn die ist hier wirklich zu Gast bei Freunden.*
Am Bahnhof allerdings ist die Welt zunächst mal Gast im Westfalenstadion. Wer in die Stadt will, muss zunächst durch einen „Tunnel“, in dem Geräusche aus dem Kabinengang eingespielt werden. Dahinter ertönen Fangesänge, Radiokommentare und eben alle Geräusche, die man auch aus dem Stadion kennt. Eingerahmt wird alles von riesigen Bildern der Südtribüne. Klingt irgendwie albern? Macht aber Gänsehaut.
Dortmund Bahnhof
Wer dann in den Westenhellweg einbiegt, erkennt Dortmund nicht wieder. Flaggen, Fahnen, Trikots, Gesänge – der totale Fußball-Overkill. An einer Ecke stimmt eine Gruppe Fans „Schwarz und weiß“ an, aus einer ganz anderen Ecke stimmt die nächste Gruppe ein. Anschließend geht’s zusammen an die nächste Bierbude.

Dortmund Innenstadt

Auf dem Friedensplatz müssen sich ein paar Polen ein herzhaftes „Ihr könnt nach Hause fahr’n“ anhören, lachen aber nur drüber. Gucken aber auch schon ein wenig glasig.
An der Bierbude muss ich ein paar Jungs aus Hamburg erklären, wie der Westfale so tickt. Sorry, liebe Landsleute, ich fürchte, die Nordlichter halten uns jetzt für noch durchgeknallter als vorher. Warum die Hamburger aber auf jede Frage nach einer Entfernung von den Westfalen immer die Antwort „Zehn Minuten“ (egal, ob das Ziel 100 Meter oder zwei Kilometer entfernt ist) bekamen, kann ich leider auch nicht sagen. Weiß das jemand?
Auf der Videoleinwand am Friedensplatz werden sämtliche Spiele gezeigt, und auch wenn Saudi Arabien gegen Tunesien spielt, Ist die Stimmung super. Egal, wer spielt und ob man da einen von kennt – Hauptsache, der Ball rollt.
Abpfiff
Aber erstmal zurück auf den Westenhellweg, an einer Bierkrug-Bude (!) rasch Übersetzungarbeit leisten. Der junge Mann mit dem Lexikon sucht was typisch deutsches. Da ist er natürlich an einer Bierkrug-Bude nicht ganz falsch. „Da is hier alles typisch deutsch“, erklärt dann auch der Herr der Krüge, ein leicht knörriger Glatzkopf. Inklusive der herzlichen westfälischen Art.
Am Stand der DJK-Jugend vor der Reinoldikirche steht ein Kicker-Tisch mit schwarz-gelben und blau-weißen Männchen – für letztere hat der geistliche Beirat gesorgt, der Schalker ist. Egal, solche muss es ja auch geben.
Vor dem BVB-Fanshop stehen ein paar Engländer, die sich offenbar grad mit schwarz-gelben Devotionalien eingedeckt haben. So ists recht.
Erwähnte ich, dass die Stadt bekloppt ist? Von der Innenstadt bis zum Stadion gibt es einen roten Teppich, den wir auch entlang laufen. Die Chance kriegt man ja so schnell nicht wieder. Die Geschäfte in der Hohe Straße haben sich extra Mühe gegeben, und so braucht man, wenn man alle Schaufenster sehen will, für die etwas mehr als zwei Kilometer fast zwei Stunden. Am Stadion schlägt mein schwarz-gelbes Herz höher, als ich sehe, dass sich der Tempel ohne diesen albernen Schriftzug präsentiert, der da montiert war, weil meine Jungs jung sind und das Geld brauchen. Aber für die Dauer der WM heißt es nur noch Fifa-WM-Stadion Dortmund. Ist mir recht.
Stadion
Tickets gibt’s natürlich keine mehr, aber einen Versuch wars wert. Zurück in die Stadt mit der U-Bahn, wo zwei Asiaten einen „Where to go“-Führer der Fifa wälzen. Einer der Jungs trägt ein BVB-Trikot. Jawoll!
Der Friedensplatz ist grad in schwedischer Hand. Ein sehr umgängliches Volk. Die Mannschaft spielt sich Stuss zusammen, aber die Schweden lachen, singen und liegen sich trotzdem in den Armen. Und soviel Optimismus wird denn ja auch noch mit einem Tor belohnt.
Schweden
Falls ich es noch nicht erwähnt habe: Die Stadt ist bekloppt. Alle sind komplett durchgedreht. Ich will hier nicht wieder weg.

*Und um Euch gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen: Ich war nicht betrunken, als ich diesen Beitrag geschrieben hab. Nur total berauscht.

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Spielplan…

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… wer noch keinen interaktiven Spielplan hat, der kann hier auf das offizielle Kleinweich-Produkt zurückgreifen. Exceltabelle mit allem was man so braucht. Läuft Problemlos in OpenOffice :)

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Deutschland zu Gast bei Sebi

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… Naja, Costa Rica und Deutschland. Und ansonsten nur Mädels - und meine Wenigkeit.

“Wieso hat der denn so eine Armbinde, zählt das doppelt wenn der ein Tor schiesst?”
“Kriegen die Schiris Schmerzensgeld, dass sie SO eine Farbe tragen müssen?”
“Warum grabbeln die denn so schwul an den Costaricanern rum, können die nicht einfach nur Fussball spielen?”

… und wie war eure erste Halbzeit?

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Und wer bringt die Schnittchen?

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Mit der immer geringer werdenden Anzahl der Tage, die es noch dauert, bis die WM endlich anfängt, steigt die Anzahl der Angebote, eben dieser WM zu entfliehen, exponential an. Vor allem die Frau will der fußballbegeisterte Mann, so scheint es zumindest, aus dem Land haben, damit sie nicht mitten im Spiel gegen Polen Dinge fragt wie “Spielt denn der junge Babbel eigentlich noch?” oder “Ebi Smolarek ist doch bei Dortmund, wieso hat denn der nun ein polnisches Trikot an?” oder so. Am besten also schafft man die Alte aus dem Land, zum Beispiel in die Schweiz. Hier ist es ruhig, landschaftlich reizvoll, und vor allem kümmern sich hier attraktive Naturburschen um die Frauen, die zu Hause, was das männliche Geschlecht angeht, weniger verwöhnt sind, sondern nur ein grölendes Exemplar mit schmuddeliger Doppelrippunterwäsche auf dem Sofa kleben haben. Die Herren auf der Schweizer Homepage sehen dagegen aus, als hätten sie eben noch mit einem Stier gerungen. Hoffentlich waschen die sich auch die Hände, bevor sie an die Touristinnen packen.

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Houston, wir werden verrssst.

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Liebe Grüße an die Jungs und Mädels vom Newskicker die alle wichtigen Blogs zur WM einsammeln und per RSS an die Zuschauer vor den Empfangsgeräten via Ihres Newsreaders Newsbee verteilen.

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Kein Tor verpassen

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Bald geht’s los. Die WM-Uhr am Hannoverschen Hauptbahnhof verkündet: “Nur noch 18 Tage bis zu WM“. Die wenigsten Leute werden wohl (mangels Ticket) live bei den Spielen dabei sein. Wenn man dann noch – wie ich – hin und wieder arbeiten muss, so dass einem die Anpfiff-Zeiten mit dem Arbeitsplan ins Gehege kommen, dann wäre man ja quasi von der (WM-)Außenwelt abgeschnitten. Man würde nicht mitbekommen, wenn etwa für Deutschland ein Tor fiele. Kann ein echter Fan das verkraften?! Ich denke: Nein!

Aber völlige Abgeschiedenheit muss nicht sein. Viele Leute arbeiten heutzutage an und mit Computern und auch ein Internet-Anschluss ist nicht mehr besonders exotisch. Da kann die nervenraubende Metallkiste auch mal was Gutes tun.

Den meisten Leuten dürften die Ticker kennen, die auf einer Webseite oder per zusätzlich zu installierendem Programm die aktuellen Geschehnisse in irgendeiner Form anzeigen. Aber es geht noch komfortabler:

Logo: FootieFoxDie Benutzer des Browsers Firefox können einfach die Extension FootieFox installieren. Dieses feine Tool zeigt alle (vom Benutzer ausgewählten) Begegnungen live in der Statuszeile des Browsers an. So verpasst man kein Tor mehr. Und wenn man möchte, weist einen das Tool auch akustisch (“Schuss! Tooor!”) auf ein Tor der Lieblingsmannschaft hin. Praktisch veranlagt funktioniert das Ganze auch für andere europäische Ligen, so dass das Tool auch nach der WM noch von Nutzen sein kann.

(Hinweis für die nicht ganz so englisch-sicheren Benutzer: In den Optionen des Tools muss auf dem Reiter “Leagues” unter “World” der “World Cup” ausgewählt werden, um die WM-Begegnungen zu verwenden. Auf dem Reiter “Teams” kann man dann einfach “Germany” als Lieblingsmannschaft auswählen, um die Spiele der deutschen Mannschaft auszuwählen.)

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Warum wir Weltmeister werden - schlag nach bei Fritz Walter

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Bekanntermaßen wiederholt sich ja Geschichte fortwährend, und warum sollte das im Fußball anders sein? Und tatsächlich, schon beim kurzen Anlesen der Erinnerungen von Fritz Walter, dem Kapitän der Weltmeisterelf von 1954, findet der geneigte Leser eigenartige Parallen zum Geschehen von heute. Und wer die Weltmeisterschaft 1954 gegen alle Erwartungen gewonnen hat, wissen wir ja wohl. Aber von vorn:

Buch

Das Werk “3:2. Die Spiele zur Weltmeisterschaft” (gefunden im elterlichen Bücherschrank, aber keine Angst, nach der WM bring ichs zurück. Vielleicht. ;-) ) beginnt in der Nacht nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft. Fritz Walter und sein Zimmerkollege Helmut Rahn liegen noch in den frühen Morgenstunden hellwach auf ihren Betten und können nicht schlafen. Zu unglaublich sind die Ereignisse gewesen: “Wir sind Fußball-Weltmeister 1954.”

Das hätte niemand gedacht, wie Zitate der Kritiker 1953 belegen: “Wenn ihr nicht besser spielt, braucht ihr gar nicht erst in die Schweiz zu fahren.” […] “Leider nicht ganz zu Unrecht”, muss Walter zugeben: “Bei den Ausscheidungsspielen, die wir zu absolvieren haben, sind die Leistungen der deutschen Nationalelf alles andere als eindrucksvoll.” Na bitte - das ist doch heute auch nicht anders, oder?!

Gut, als Gastgeber muss die deutsche Elf keine Ausscheidungsspiele absolvieren, aber mit Ruhm bekleckert hat sie sich nun wahrlich auch nicht. 1953 reichte es beim ersten Spiel gegen Norwegen nur zu einem dürftigen 1:1 - und man muss in der Liste der Länderspiele des vergangenen Jahres nicht lange suchen, um ähnlich peinliche Auftritte zu finden: Vielleicht das 2:2 gegen Russland im Juni. Oder die 2:0-Niederlage gegen die Slowakei im September? Oder die gegen die Türkei (2:1) im Oktober? Oder… aber lassen wir das. Und was die Kritiker angeht: Draufprügeln gehört doch zum guten Ton heutzutage. Mal einfach optimistisch sein und drauf vertrauen, dass wir wirklich was reißen können? Nicht in unserer Medienlandschaft.

Auch die damalige Nationalelf ging natürlich vor der WM ins Trainingslager. Gut, Malente ist nicht Sardinien, aber man kann nicht alles haben. Und wie wichtig es ist, auch mal den “seelischen Akku aufladen” zu können, wusste auch schon der gute alte Sepp Herberger und lud die Spieler nach Obertal im Schwarzwald ein. So falsch scheint da der Jürgen mit seiner ständigen guten Laune gar nicht zu liegen - scheint ja ein altbewährtes Rezept zu sein. Die Spieler damals machten alles, außer Fußball zu spielen. Sie spielten Minigolf, Tischtennis, gingen spazieren (damals gabs eben noch keine Playstation) und beschworen ansonsten den Teamgeist, der uns ja auch heute retten soll. (Und damit ist nicht der offizielle WM-Ball gemeint.)

Auch eine schwere Verletzung gibt es vor der WM 1954: Standardverteidiger Erich Retter erleidet eine schwere Meniskusverletzung und muss zu Hause bleiben. Unglücksvogel Sebastian Deisler wird das Gefühl nur allzu gut kennen.

Als die Saison 1953/54 zu Ende geht, geht es für Kaiserslautern um den Titelgewinn zur Deutschen Meisterschaft. Gespielt wurde gegen Hannover 96, das wider Erwarten gewann, und zwar sehr deutlich mit 5:1. Und 2005/06 - steigt Kaiserslautern ab, im direkten Duell gegen eine niedersächsische Mannschaft. Vielleicht ein bisschen weit hergeholt, aber man kann nicht alles haben.

Und sogar ein Torwartduell gab es damals, wenn auch wohl weit weniger beachtet als heute. Toni Turek, von Herbert Zimmermann als “Fußballgott” betitelt, spielte nicht von Beginn an bei der Weltmeisterschaft. Beim ersten Spiel gegen Ungarn bekam Heinrich Kwiatkowski von Borussia Dortmund mit 3:8 die Hütte voll und war das “prominenteste Opfer Herbergers”. Bis dahin galt er Turek als ebenbürtig. Na bitte - auch Jens Lehmann wäre in jedem anderen Land schon lange die Nummer Eins im Tor gewesen. Dummerweise hatten wir auch Oliver Kahn…

Und was steht heute in der Zeitung? Wo ist die Nationalelf nach ihrem Aufenthalt in Sardinien jetzt angekommen? In der Schweiz! Allerdings nicht in Bern, sondern in Genf, aber man kann eben nicht alles haben. Der Geist von Spiez weht sicher überall.

Und wir sind erst auf Seite 20! Aber ich lese weiter, versprochen.

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Bandenwärpunk


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